Johann Eduard Erdmann
Johann Eduard Erdmann (1805–1892) war 56 Jahre lang Professor in Halle und ein universalgelehrter Philosophiehistoriker, der alle relevanten Philosophen in den Originalsprachen las.
In der Quellenerschließung leistete er Pionierarbeit: die erste kritische Leibniz-Ausgabe, die Erkenntnis der Bedeutung der Leibniz-Briefe, Arbeiten zur mittelalterlichen Philosophie. Seine historiographischen Hauptwerke — der Versuch einer wissenschaftlichen Darstellung der Geschichte der neueren Philosophie (1834–1853) und der Grundriß der Geschichte der Philosophie (1865) — waren methodische Innovationen und internationale Standardwerke.
In der Schule stand er im rechten Zentrum, was politisch-religiös gemeint ist und nicht im Sinne des späteren Sprachgebrauchs: er war ein weltgewandter, liberaler, international vernetzter Gelehrter, zugleich Bismarck-Anhänger und persönlicher Freund des französischen Ministerpräsidenten Thiers. An der Freundesausgabe war er als einziger der Prominenten nicht beteiligt.
Seine Kritiken an Strauß, Feuerbach, Bauer und Stirner gehören zum Schärfsten, was die Schule über sich selbst hervorgebracht hat.
Erwähnt in
Digitalisierte Ausgaben
Beiträge auf hegel.net
| Nr | Begriff | Titel | Jahr |
|---|---|---|---|
| 3333331 | [Das Gegebene] | Gesammelte Werke von Johann Eduard Erdmann als PDF | |
| 3333331 | [Das Gegebene] | Works of J. E. Erdmann as PDF (in German) |