Das Gegebene

Unsere Ordnung, nicht Hegels. Was nach ihm kam, hat er nicht gegliedert; die eckigen Klammern halten fest, wo wir ergänzen.

Hier steht, was ohne den Begriff auskommen will. Nicht aus Nachlässigkeit — die drei Abteilungen haben einen Grund, und zwar denselben: Der Begriff hat sich als unzuverlässig erwiesen. Wer ihn zum Maß nimmt, kann alles beweisen, auch das Gegenteil. Also nimmt man das, was sich zeigt, und läßt das Denken hinterherkommen.

Die drei Schritte

Die Tatsache. Comte zählt nur, was gemessen ist, und erklärt die Metaphysik für eine überwundene Stufe. Mill sucht die Regeln, nach denen aus Einzelfällen ein Gesetz wird. Mach geht weiter: auch das Ding ist schon eine Zutat, gegeben sind nur Empfindungen.

Das Gesetz. Wenn Tatsachen zählen, muß sich zeigen lassen, wie sie zusammenhängen — ohne einen Zweck. Darwin liefert die Form: Entwicklung durch Auslese, nicht durch ein Ziel. Der Materialismus überträgt sie auf alles, der Monismus macht daraus eine Weltanschauung. Und dann steht die Frage im Raum, ob auch die Geschichte ein Gesetz hat: Popper, Hayek, Berlin, Arendt und Voegelin sagen nein — und nennen Hegel als den, gegen den das zu sagen sei.

Die Form des Gegebenen. Am Ende bleibt die Frage, woher das Gegebene seine Ordnung hat, denn roh kommt es nie an. Drei Antworten, und keine beruft sich mehr auf die Erfahrung allein: der Neukantianismus holt die Form aus dem Erkennen zurück — Cohen, Windelband, Cassirer; Frege, Moore und Russell holen sie aus dem Satz; der Wiener Kreis macht aus ihr ein Kriterium — sinnvoll ist, was sich prüfen läßt.

Wie die drei zusammenhängen

Die Bewegung geht nach innen. Erst wird der Gegenstand gereinigt (nur Tatsachen), dann sein Zusammenhang (nur Gesetze), dann gefragt, woher beides seine Form hat. Jeder Schritt läßt weniger gelten als der vorige.

Und jeder Schritt trifft dieselbe Grenze. Daß nur zählt, was sich messen läßt, ist selbst nicht meßbar. Daß sinnvoll ist, was sich prüfen läßt, ist selbst nicht prüfbar. Der Wiener Kreis hat das gewußt und den eigenen Satz für eine Anweisung erklärt statt für eine Aussage — eine Auskunft, die das Problem benennt, statt es zu lösen.

Aus diesem Riß folgt der nächste Ast. Wenn der Begriff nicht aus sich gilt und sich auch nicht auf das Gegebene gründen läßt, muß er von woanders herkommen. Das ist der Verdacht.