Karl Rosenkranz
Karl Rosenkranz (1805–1879) war der kreativste Kopf der Zentrumshegelianer: Schüler erst Schleiermachers, dann Hegels, und Inhaber des Kant-Lehrstuhls in Königsberg.
Von ihm stammt die erste Hegel-Biographie, Georg Wilhelm Friedrich Hegels Leben (1844). Sein ästhetisches Werk ist bemerkenswert — die Ästhetik des Hässlichen (1853) ist eine echte spekulative Innovation, die das Hässliche als notwendiges Moment ästhetischer Totalität begreift. Seine Pädagogik als System (1848) wurde ein internationales Standardwerk, seine Wissenschaft der logischen Idee (1858/59) der didaktisch wertvollste Logik-Kommentar seiner Zeit.
Er war der einzige Hegelianer mit einer eigenen Umgestaltung der Logik. Darin liegt zugleich die Tragik: seine kantianische Grundprägung führte zur Re-Kantianisierung Hegels. Die Vermischung logischer und ontologischer Kategorien — Hegels post-kantianische Innovation — galt ihm als Fehler, und er restaurierte die Trennung. Ein systematischer Rückschritt trotz didaktischem Wert.
Rosenkranz stellte sich bewusst ironisch ins Zentrum der Spekulation, in kritischer Distanz zu den Rechten wie zu den Linken.
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| 3333331 | [Das Gegebene] | Gesammelte Werke von Karl Rosenkranz als PDF |