Hegel vs. formale Logik

Die formale Logik behandelt Schlüsse als rein syntaktische Operationen — ob die Prämissen wahr sind, interessiert sie nicht. Hegels Logik zeigt: Die Form des Schlusses selbst hat einen Inhalt. Der Daseinsschluss ist inhaltlich arm (tautologisch), der Notwendigkeitsschluss inhaltlich reich (erfasst das Wesen). Die Form entwickelt sich — und mit ihr das, was als „Beweis" gelten kann. Die formale Logik verhält sich zur Hegelschen wie ein Schachbrett zum Schachspiel: Die Regeln sind notwendig, aber das Spiel geht über sie hinaus.