Einteilung der Wissenschaft

[Hegel-Originaltext. Auswahl und Anmerkungen [...] von M.Grimsmann und L.Hansen, Feb.2002
Abkürzungen für Quellangaben siehe Info]

 

Das Ganze der Wissenschaft ist die Darstellung der Idee.

Die Idee aber erweist sich
als das schlechthin mit sich identische Denken [Logik]

und dies zugleich als die Tätigkeit,
sich selbst, um für sich zu sein,
sich gegenüberzustellen [Natur]
und in diesem Anderen nur bei sich selbst zu sein.[Geist]
 
So zerfällt die Wissenschaft in die drei Teile:
 
I.   Die
Logik  die Wissenschaft der Idee an und für sich,

II.  Die Naturphilosophie 
      als die Wissenschaft der Idee in ihrem Anderssein,

III. Die Philosophie des Geistes  als der
      Idee die aus ihrem Anderssein in sich zurückkehrt.         
Enz§18 


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Gott bleibt sich also in seinem Bestimmen gleich;
jedes dieser Momente ist selbst die ganze Idee
und muß als die göttliche Totalität gesetzt werden.
 
Das Unterschiedene kann unter dreierlei Formen gefaßt werden:
das Allgemeine, das Besondere und das Einzelne.

Logik: 
Einmal bleibt das Unterschiedene aufbehalten in der ewigen Einheit der Idee;
das ist der Logos, der ewige Sohn Gottes, wie es Philon faßte. [Allgemeines]
 
Geist: 
Zu diesem Extrem ist das andere die Einzelheit, die Form des endlichen Geistes.
 
Als Rückkehr in sich selbst ist zwar die Einzelheit Geist,
aber als Anderssein mit Ausschließung aller anderen
endlicher oder menschlicher Geist;
denn andere endliche Geister als Menschen gehen uns nichts an.
 
Natur:
Die dritte Form, die uns hier angeht, die Idee in der Besonderheit,
ist die Natur, die zwischen beiden Extremen liegt.

 

Diese Form ist die erträglichste für den Verstand:
der Geist ist als der für sich existierende Widerspruch gesetzt,
denn die unendlich freie Idee [Logik, Allgemeinheit]
und sie in der Form der Einzelheit [endlicher Geist]
sind in objektivem Widerspruche;
in der Natur ist der Widerspruch nur an sich oder für uns,
indem das Anderssein als ruhige Form an der Idee erscheint.
 
In Christus ist der Widerspruch gesetzt und aufgehoben,
als Leben, Leiden und Auferstehen;
die Natur ist der Sohn Gottes,
aber nicht als der Sohn, sondern als das Verharren im Anderssein,
- die göttliche Idee als außerhalb der Liebe
für einen Augenblick festgehalten.                 
Enz§247zu

 

In der Natur ist es nicht ein Anderes als die Idee, welches erkannt würde,
aber sie ist in der Form der Entäußerung,
so wie im Geiste ebendieselbe
als für sich seiend und an und für sich werdend.
       Enz18anm

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