Enyklopädie - Einleitung (6/18)

§ 6
Von der andern Seite ist es ebenso wichtig,
daß die Philosophie darüber verständigt sei,
daß ihr Inhalt kein anderer ist als der im Gebiete
des lebendigen Geistes ursprünglich hervorgebrachte und sich
hervorbringende,
zur Welt, äußeren und inneren Welt des Bewußtseins gemachte Gehalt,\

  • daß ihr Inhalt die Wirklichkeit
    ist.[Philosophie ist keine Utopie, kein Erdenken von
    etwas, was nicht ist,
    sondern Erkennen dessen, was ist, in seiner Wahrheit.]
    Das nächste Bewußtsein dieses Inhalts nennen wir Erfahrung.
    Eine sinnige Betrachtung der Welt unterscheidet schon,
    was von dem weiten Reiche des äußeren und inneren Daseins
    nur Erscheinung, vorübergehend und bedeutungslos ist,
    und was in sich wahrhaft den Namen der Wirklichkeit verdient.
    [Die Philosophie erkennt den Wert des Daseins,\ dh.ob es wahrhaft, vernünftig und wirklich ist\ oder bloßer zufälliger Schein. vgl. Was wirklich ist, das istvernünftig !]
    Indem die Philosophie von anderem Bewußtwerden
    dieses einen und desselben Gehalts
    nur nach der Form unterschieden ist,
    so ist ihre Übereinstimmung mit der Wirklichkeit
    und Erfahrung notwendig.
    Ja, diese Übereinstimmung kann für einen wenigstens
    äußeren Prüfstein der Wahrheit einer Philosophie angesehen werden,
    so wie es für den höchsten Endzweck der Wissenschaft anzusehen ist,
    durch die Erkenntnis dieser Übereinstimmung
    die Versöhnung der selbstbewußten Vernunft
    mit der seienden Vernunft, mit der Wirklichkeit hervorzubringen.
    [Das unbefriedigte Streben verschwindet, wenn wir erkennen,
    daß der Endzweck der Welt ebenso vollbracht
    ist, als er sich ewig vollbringt. §234 Zusatz ]\