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Urteil der Qualität
?- 0 Hegels 'System der Wissenschaft'
- 1 Logik (Wissenschaft des Denkens)
- 2 Natur (Wissenschaft des Materiellen)
- 3 Geist (Wissenschaft des Menschlichen)
- 11 Sein (Unmittelbarkeit, Ontologie)
- 12 Wesen (Vermittlung, Reflexion, Metaphysik)
- 13 Begriff (Selbstvermittlung, klassische Logik, Epistemologie)
- 131 Subjektivität (formeller Begriff)
- 132 Objektivität (reeller Begriff)
- 133 Die Idee (adäquater Begriff, Selbstzweck)
- 1311 Begriffsmomente
- 1312 Urteil
- 1313 Schluß
- 13121 Urteil der Qualität
- 13122 Urteil der Reflexion
- 13123 Urteil des Begriffs
- 131211 Positives Urteil
- 131212 Negatives Urteil
- 131213 Unendliches Urteil
Qualität
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Die Qualität ist die erste Hauptkategorie der Seinslogik und des gesamten logischen Systems. Sie bezeichnet die unmittelbare, mit dem Sein identische Bestimmtheit: das "Was?" einer Sache. Etwas hat nicht eine Qualität, sondern ist seine Qualität - eine Rose ist rot, nicht: sie hat Röte. Verliert etwas seine Qualität, hört es auf zu sein, was es ist. Die Qualität entwickelt sich vom reinen Sein (absolut unbestimmte Qualität) über das Nichts und Werden zum Dasein (bestimmtes Sein), von dort zu "Etwas und Anderes" (wechselseitige Bestimmung), über Grenze und Schranke (Endlichkeit) zur wahrhaften Unendlichkeit (Rückkehr zu sich im Anderen) bis zum Für-sich-Sein (höchste Qualität, absolute Negation). Am Ende des Für-sich-Seins zeigt sich: Die vielen qualitativ identischen "Einen" unterscheiden sich nur noch quantitativ. Damit geht die Qualität in die Quantität über. Die Qualität ist Bestimmtheit überhaupt, aber noch in unmittelbarer Einheit mit dem Sein.
Herkunft: Der Begriff "Qualität" (lat. "qualitas") ist Übersetzung des griechischen "poiótes" (Beschaffenheit) bei Aristoteles. Dort ist Qualität eine der zehn Kategorien (neben Quantität, Relation usw.). In der Scholastik wurde zwischen primären Qualitäten (dem Ding selbst zugehörig: Ausdehnung, Festigkeit) und sekundären Qualitäten (vom Subjekt abhängig: Farbe, Geschmack) unterschieden - eine Unterscheidung, die Locke und die Empiristen aufgriffen. Kant behandelt Qualität als Kategorie der Realität, Negation und Limitation, aber statisch. Hegel macht die Qualität dynamisch: Sie entwickelt sich in sich selbst (Sein Dasein Für-sich-Sein) und geht notwendig in die Quantität über. Qualität ist nicht Eigenschaft eines Substrats, sondern die Sache selbst in ihrer bestimmten Bestimmtheit. Der qualitative Umschlag (beim Überschreiten von Maßgrenzen) ist Hegels Beitrag zur Dialektik.
Bei Hegel: Enz. §86-98; WdL Bd. 1, Lehre vom Sein, Qualität
Siehe auch: Quantität, Maß, Sein, Dasein, Bestimmtheit, Für-sich-Sein, Seinslogik, Grenze, Unendlichkeit, Umschlag