Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 18

Das „weite Feld“ — warum die Physik so viel enthält

Ein struktureller Grund kommt zu dem wissenschaftsgeschichtlichen hinzu, und er erklärt den Umfang dieses Teils. Wenn die Mechanik am Anfang steht und das Leben am Ende, dann muss alles dazwischen unter den Chemismus fallen — im weiten Sinn.

Das umfasst, in heutigen Namen: Thermodynamik mit Wärme, Phasenübergängen und Selbstorganisation; Elektrizität und Magnetismus mit ihren Polaritäten; Kristallbildung mit Symmetrien und Strukturen; die Chemie im engeren Sinn; und die geologischen Prozesse mit ihren Kreisläufen.

Und genau dieses Feld war zu Hegels Zeit unbestellt. Die Thermodynamik beginnt in den 1850er Jahren mit Clausius, das Periodensystem kommt 1869 mit Mendelejew, die Elektrodynamik in den 1860ern mit Maxwell, die Kristallographie steckt in den Anfängen.

Hegel versuchte trotzdem eine Ordnung, mit den Mitteln, die vorlagen. Das Ergebnis ist überholt — aber die Aufgabe besteht fort: Zwischen Mechanik und Leben liegen qualitative Stufen, die systematisch zusammenhängen. Dieses Feld mit heutiger Wissenschaft neu zu ordnen, wäre die Arbeit; die Logik gäbe die Orientierung, die Empirie den Inhalt. [KF]