Kommentar zum subjektiven Geist, Kapitel 40

Stekeler-Weithofer: die Entmystifizierung

Pirmin Stekeler-Weithofers Kommentar in der Realphilosophie (2023) ist in diesem Band durchgehend herangezogen worden — seine Lesart prägt die Darstellung des ersten Teils. Deshalb hier nur, was seine Position ausmacht.

Sein Verfahren ist dasselbe wie bei der Naturphilosophie: ontologisch klingende Sätze in Aussagen über Vollzugsformen übersetzen. Der Satz, der es am knappsten sagt, steht zu § 387: „Der Geist tut natürlich im wörtlichen Sinn gar nichts.“ Gemeint ist, dass wir die geistigen Formen entwickeln.

Was er damit gewinnt: Der subjektive Geist wird lesbar, ohne dass man eine Weltseele oder ein überindividuelles Subjekt annehmen müsste. Und die Warnungen, die er ausspricht — das „noch nicht“ in § 405 sei begrifflich zu lesen, nicht als Entwicklungsphase — ersparen die häufigsten Fehllektüren.

Was zu prüfen bleibt: dieselbe Frage wie bei der Natur. Wer ontologische Ansprüche durchgehend als Aussagen über Vollzugsformen liest, macht Hegel gegen Widerlegung immun. Beim Geist wiegt der Einwand allerdings weniger schwer — hier geht es tatsächlich um etwas, das vollzogen wird.