Die Kausalität --- Drei Stufen

Vollziehen Sie den Übergang: Warum reicht die Substanz nicht? Weil sie erklärt, was hinter den Erscheinungen steht, aber nicht, warum etwas geschieht. Der Übergang zur Kausalität ist der Schritt von „Was ist da?" zu „Warum passiert es?"

1. Formale Kausalität: Ursache -> Wirkung als abstrakte Relation. „Der Sturm hat den Baum umgeworfen." Das klingt einfach, ist aber problematisch: Was ist „der Sturm"? Ein Komplex aus Druckunterschieden, Temperaturen, Bodenfeuchte — die „eine Ursache" zerfällt bei genauem Hinsehen in unendlich viele Bedingungen. Humes skeptischer Einwand: Wir sehen nie die Verursachung, nur die zeitliche Folge. Hegels Antwort: Hume hat Recht, dass die formale Kausalität unzureichend ist — aber Unrecht, dass es nur Gewohnheit sei. Die Kausalität muss sich entwickeln.

2. Bestimmte (endliche) Kausalität: Die Ursache verliert sich in der Wirkung — sie geht in sie ein und ist dann „verbraucht". Das Streichholz ist verbrannt, nachdem es die Kerze angezündet hat. Jede Wirkung wird zur Ursache der nächsten (Dominoeffekt): A verursacht B, B verursacht C, ad infinitum. Das ist die schlechte Unendlichkeit der Kausalität — der endlose Regress. Praktisch bedeutet das: Wenn jemand fragt „Was war die Ursache?“, ist die ehrliche Antwort immer: „Es gibt nicht die Ursache, sondern ein Netz von Bedingungen.” Wer auf der einen Ursache besteht, vereinfacht ideologisch.

3. Unendliche (freie) Kausalität: Die Ursache bleibt in der Wirkung erhalten — sie verliert sich nicht. Denkbilder: Die Sonne strahlt und wird nicht verbraucht (in menschlichen Zeitmaßstäben). Der Lehrer unterrichtet und wird dadurch nicht dümmer, sondern klüger. Diese Bilder illustrieren die logische Struktur, beweisen sie aber nicht — der Beweis liegt im Durchdenken der Kausalitätsstufen selbst. Die entscheidende Wendung: Die Wirkung reagiert auf die Ursache zurück. Der Schüler verändert den Lehrer. Die Wirkung wird zur Ursache der Ursache -> Wechselwirkung.