Kommentar zu Hegel und Marx, Kapitel 11

8. Bilanz

Marx trifft Hegel an vier Stellen, und keine davon ist geringfügig. Die Sprache, die die Idee zum Handelnden macht, erzeugt einen Schein, den Hegel selbst zu verantworten hat. Das Zusammenfallen von begrifflicher Vollständigkeit und wirklicher Versöhnung macht aus einem Maßstab eine Beschreibung. Die Übernahme preußischer Verfassungsbestimmungen in den Rang des Notwendigen ist Apologie in der Form der Ableitung. Und die Bürokratie, die als allgemeiner Stand auftritt, hat ein eigenes Interesse.

Nicht getroffen ist, was Marx zu treffen meint. Der Nachweis, dass Hegel die Idee zum Subjekt macht, erledigt nicht, was Hegel über Familie, bürgerliche Gesellschaft und Staat sagt. Die Umkehrung ist ein Verfahren, dessen Angemessenheit Marx nicht prüft, während er genau diese Prüfung von Hegel verlangt. Seine eigenen positiven Bestimmungen — die Demokratie als aufgelöstes Rätsel, der wirkliche Mensch als Ausgangspunkt — arbeiten mit Kategorien, die er nicht selbst entwickelt hat.

Was dabei sichtbar wird, ist die Figur, die diesen Band durchzieht. Marx bekämpft eine Darstellungsweise und behält das Verfahren. Er hält Hegel vor, ein Schema an die Sache heranzutragen, und trägt selbst eines heran. Er erklärt die Idee für ein untergeschobenes Subjekt und setzt an ihre Stelle Bestimmungen, deren Herkunft er nicht ausweist.

Dass diese Figur nicht auf die Frühschrift beschränkt bleibt, zeigt sich später an einem Begriff, den Marx selbst zum handelnden Subjekt erhebt. Davon handelt Kapitel 5 in Teil IV.


Teil III: Die Selbstverständigung