Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 8
Was die Naturphilosophie hinzufügt
Die Vorlesungen zeigen den Unterschied an den Häufigkeiten: Magnetismus kommt in den Naturvorlesungen 163-mal vor, in den Logikvorlesungen 14-mal. Bei Quantität ist es umgekehrt. Wo eine Bestimmung an einem Phänomen hängt, steht sie in der Naturphilosophie; wo sie eine Denkform ist, in der Logik.
Hegel markiert die Grenze selbst, indem er in der Logik die Naturentsprechung nennt: Der Kreislauf der Prozesse sei „der absolute Chemismus, der in der Natur der Meteorologische process ist“. Das ist ein Verweis von einer Ebene auf die andere, kein Ineinssetzen.
Am deutlichsten zeigt es das Sonnensystem, das er in beiden Werken behandelt — und verschieden lang. In der Logik steht es als Beispiel für den absoluten Mechanismus und wird in einem Paragraphen abgehandelt (§ 198); in der Naturphilosophie füllt es mehrere (§§ 270, 280) und geht auf Bahnen, Gesetze und Messwerte ein. Dort die Form der wechselseitigen Konstitution durch äußerliche Beziehungen, hier die konkrete Himmelsmechanik.
Wer beides ineinssetzt, macht aus einer Strukturaussage eine astronomische — und das ist genau der Fehler, den man Hegel vorwirft. [KF]
Die Rückwirkung ist die interessantere Richtung. Die Kategorien werden an den Befunden geschärft, nicht nur auf sie angewandt. Hegels Chemismus-Begriff sieht anders aus, nachdem er Berzelius gelesen hat. [KF]