Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 46

Vier Wege, verglichen

Die beiden ausführlichsten Aktualisierungen der Gegenwart gehen entgegengesetzt vor, und der Vergleich klärt, wo dieser Band steht.

Winfield ontologisiert. Er nimmt die Stufenfolge als Architektur der Natur selbst und füllt sie mit heutiger Physik, Chemie und Biologie neu. Seine Frage: Welche Stufen muss die Natur durchlaufen?

Stekeler rekonstruiert. Er liest Hegel als Reflexion auf Begriffe, Gegenstandsbereiche und Erklärungstypen. Seine Frage: Welche Unterscheidungen müssen wir treffen, um angemessen über Natur zu sprechen?

Beide retten etwas, und beide zahlen dafür. Winfield macht aus begrifflichen Abhängigkeiten zu oft naturgeschichtliche Übergänge — daher die Pflanzen vor den Tieren. Stekeler verwandelt ontologisch gemeinte Sätze zu oft in methodologische — und immunisiert Hegel damit gegen Widerlegung.

Wo sie einander korrigieren, ist beides brauchbar: Winfield erinnert daran, dass Hegel über die wirkliche Natur sprechen wollte; Stekeler daran, dass kein Sprechen über Natur ohne Reflexion auf seine Kategorien auskommt.

Dieser Band hält sich an beides. Er nimmt die Sachansprüche ernst genug, um sie falsch zu nennen, wo sie falsch sind — und die Reflexion auf die Erklärungsformen ernst genug, um sie für den haltbareren Teil zu halten. Wo Hegel irrt, steht es als Irrtum; wo er eine Grenze bezeichnet, als Grenze.