Kommentar zur Rechtsphilosophie, Kapitel 25

Warum hier kein Schlusssystem steht

Es liegt nahe, die drei Sphären als Schlusssystem zu fassen: Jedes der Momente — der Einzelne, die Wirtschaft, der Staat — könnte einmal die Mitte bilden, und die Figur, in der die Wirtschaft sich des Staates bedient, um die Individuen in Anspruch zu nehmen, sähe aus wie eine Diagnose der Verkehrung.

Dieser Band verzichtet darauf, und zwar aus einem Grund, der die Methode betrifft. Die Arbeit ist getan, bevor die Figuren beginnen: Wer die drei Glieder wählt, hat die Analyse schon gemacht. Warum Bürger, Wirtschaft und Staat — und nicht Hegels eigene Dreiheit von Familie, bürgerlicher Gesellschaft und Staat? Warum nicht Bedürfnisse, Produktion und Verteilung? Jede Aufteilung ergibt andere Figuren, alle sind formal korrekt, und keine begründet, warum gerade die Wirtschaft vermittelt und nicht der Staat. Die Figur stellt eine Behauptung dar; sie stützt sie nicht.

Was die Verkehrung wirklich fassen lässt, ist der Zweck-Mittel-Zusammenhang — weil er einen Maßstab hat: Ein Mittel lässt sich daran messen, ob es für seinen Zweck taugt. Teil III hat ihn entwickelt, und die Sittlichkeitsanalyse arbeitet damit, nicht mit Schlussfiguren. Vgl. Der Schluss. [KF]