Übergang: Von der philosophischen zur religiösen Antwort

Dieser Text ist eine Vorschau auf Geschichte der Hegelrezeption, Band II, der 2026 bei Reflexivity Press erscheint.

Die bisherigen Kapitel (2-7) haben gezeigt, wie der Westen philosophisch auf Auschwitz reagierte: Totalitarismuskritik, Hegel-Renaissance, Systemtheorie, Existentialismus, Kritische Theorie.

Aber es gab auch religiöse Antworten. Für viele Menschen – Christen und Juden – war die Frage nicht nur: „Wie konnte das geschehen?“ sondern: „Wo war Gott?“

Die folgenden drei Kapitel untersuchen, wie die drei abrahamitischen Traditionen auf diese Frage antworteten:

  • Protestantismus (Kap. 7a): Von Barths „Nein“ zu Pannenbergs Rehabilitierung – kann man nach Auschwitz noch Geschichtstheologie treiben?

  • Katholizismus (Kap. 7b): Von der Neuscholastik zur transzendentalen Wende – kann Thomas mit Hegel versöhnt werden? Und was bedeutet Vatikan II für die Philosophie?

  • Judentum (Kap. 8): Levinas, Jonas, Fackenheim – kann man nach der Shoah noch Hegel lesen? Die radikalste Infragestellung.

Diese drei Traditionen hatten verschiedene Ausgangspunkte, verschiedene Hegel-Bezüge, verschiedene Antworten. Aber sie teilten eine Frage: Wie kann man nach Auschwitz noch an einen Gott glauben, der in der Geschichte wirkt?