Die Rückkehr zum Grund

Unsere Ordnung, nicht Hegels. Der dritte und umfangreichste Ast; er läuft zeitlich neben den beiden anderen her.

Der erste Weg hat den Begriff aufgegeben und ist an der eigenen Voraussetzung gescheitert: daß nur gilt, was sich prüfen läßt, ist selbst nicht prüfbar. Der zweite hat ihn entlarvt und ist an derselben Stelle gescheitert: wer alles entlarvt, entlarvt auch sich. Beide Male steht am Ende dieselbe Frage — was trägt denn nun das Denken?

Hier wird sie gestellt. Drei Antworten, in aufsteigender Ordnung: die Sache, die Geschichte, das System.

Die drei Schritte

Die Rückkehr zur Sache. Husserl setzt vor jede Theorie die Beschreibung dessen, was sich zeigt, wie es sich zeigt. Heidegger radikalisiert das zur Frage nach dem Sein selbst. Die Existenzphilosophie zieht die Folgerung für den Einzelnen. Der Gewinn ist die Genauigkeit; der Verlust ist die Vermittlung — ein Aufweis ist noch keine Ableitung.

Die Rückkehr zur Geschichte. Was sich zeigt, zeigt sich einem, der schon etwas mitbringt. Dilthey nennt das Verstehen, Gadamer die Wirkungsgeschichte, Ricœur die Notwendigkeit, den Verdacht in die Auslegung aufzunehmen statt ihn ihr entgegenzusetzen. Die kritische Theorie fragt weiter: woran mißt sich das Verstandene?

Die Rückkehr zum System. Die Frage nach dem Maßstab läßt sich nur beantworten, wenn der Maßstab sich selbst begründet. Damit ist man wieder bei Hegel — und der Ast teilt sich in die, die ihn wiedergewinnen, die, die ein eigenes System versuchen, und den offenen Ort, an dem beides noch aussteht.

Die Bewegung

Sie geht nach außen, umgekehrt zum Gegebenen: erst die Sache, dann ihr geschichtlicher Zusammenhang, dann das Ganze. Jeder Schritt läßt mehr gelten als der vorige — und muß deshalb mehr begründen.

Ob das gelingt, ist offen. Diese Darstellung behauptet nicht, es sei entschieden; sie behauptet nur, daß die Frage anders nicht gestellt werden kann.