Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 22

Die vier Elemente — und warum sie kein Rückfall sind

Hegel nimmt die Empedokleischen Elemente wieder auf: Luft, Feuer, Wasser, Erde. Das sieht nach Vorwissenschaft aus, war aber schon 1830 nicht als Chemie gemeint. Wie Michelet später festhält, sind allgemeine Naturmächte gemeint: Weisen, in denen sich Materie überhaupt verhält.

Georg Werckmeister hat dagegen einen Einwand, der ernst zu nehmen ist: Auch das Periodensystem ordnet nicht allein nach der Zahl der Protonen, sondern zugleich nach Eigenschaften — Metalle gegen Nichtmetalle, Gase, Erden. Hegels Reihe geht ebenso vom Abstraktesten zum Konkretesten: Gase (Luft), Basen und Säuren (Feuer), Salze und Erden, Metalle.[1]

Das nimmt dem Vorwurf die Spitze, aber nicht den Kern. Dass eine Ordnung nach Eigenschaften legitim ist, heißt nicht, dass Hegels Ordnung trägt — sie tut es nicht, weil die Eigenschaften, nach denen er ordnet, sich als abgeleitet erwiesen haben. Die vier Elemente bleiben der Teil der Naturphilosophie, der am wenigsten überlebt hat. [KF]


  1. Georg Werckmeister, zum chemischen Prozess (hegel-system.de, v2233). ↩︎