Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 24

Warum in der Natur oft vier Schritte stehen, nicht drei

Ein Befund, der sich durch die ganze Naturphilosophie zieht und der beim Lesen irritiert: Wo die Logik drei Momente hat, hat die Natur häufig vier.

Werckmeister gibt den Grund an: In der Natur ist die Mitte gedoppelt — Hegel sagt „gebrochen“. Beim Feuerprozess etwa gehören „die gebrochene Mitte und die beiden Extreme“ dazu. Wo im Logischen ein Vermittelndes steht, stehen in der Natur zwei, weil das Vermittelnde selbst auseinandertritt.[1]

An den Elementen zeigt es sich: Gase, Basen und Säuren, Salze und Erden, Metalle — vier Stufen vom Abstraktesten zum Konkretesten. Ebenso bei den vier Empedokleischen Elementen selbst, wo Luft und Feuer die eine Seite, Wasser und Erde die andere bilden.

Das ist keine Abweichung von der Methode, sondern ihre Anwendung auf einen Bereich, in dem die Bestimmungen auseinanderfallen — das ist ja die Grundbestimmung der Natur. Wer die Dreiheit überall erwartet, verfehlt gerade das, was die Natur ausmacht. [KF]


  1. Werckmeister, a. a. O., zur Systematisierung der Elemente. ↩︎