Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 34
Was Hegel eigenständig geleistet hat
Über den Fehlern gerät aus dem Blick, was in diesem Band an Arbeit steckt, die nicht aus der Logik folgt, sondern aus Sachkenntnis.
Die Kritik falscher Ontologisierungen. Hegel wendet sich gegen den Wärmestoff, gegen das Phlogiston, gegen die Porentheorie — gegen Substanzen also, die man erfand, um Vorgänge zu erklären, und die sich als überflüssig erwiesen. In allen drei Fällen hat er recht behalten.
Die begriffliche Klärung. Was ist Raum, was Zeit, was Materie, was Leben? Diese Fragen beantwortet keine Messung, und die Physikbücher seiner Zeit setzten die Begriffe voraus, statt sie zu prüfen.
Die Integration der Empirie. Auf hunderten Seiten referiert er den Stand von Physik, Chemie und Biologie, mit Namen und Streitständen. Das ist keine Ableitung aus dem Begriff, sondern Lektüre.
Diese Leistungen sind durch Sachkenntnis errungen, nicht aus der Logik gewonnen. Wer den Band nur nach Fehlern absucht, findet sie — und übersieht, wie viel daneben steht. [KF]