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[Die Erben der kritischen Theorie]
?- 0 Hegels 'System der Wissenschaft'
- 1 Logik (Wissenschaft des Denkens)
- 2 Natur (Wissenschaft des Materiellen)
- 3 Geist (Wissenschaft des Menschlichen)
- 31 Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen)
- 32 Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen)
- 33 Absoluter Geist (Wissen des Göttlichen)
- 331 Kunst (Anschauen der Wahrheit, Ästhetik)
- 332 Religion (Vorstellen der Wahrheit, Theologie)
- 333 Philosophie (Begreifen der Wahrheit)
- 3331 Philosophie der Antike (Wissen der Idee)
- 3332 Philosophie des Mittelalters
- 3333 Philosophie der Neuzeit (Sichwissen der Idee)
- 33331 Einigungsansätze von Denken und Sein
- 33332 Verstandesphilosophie der Neuzeit
- 33333 [Die moderne Philosophie]
- 333331 [Das Ich als Grund]
- 333332 [Das Absolute als Grund]
- 333333 [Jenseits Hegels]
- 3333331 [Das Gegebene]
- 3333332 [Der Verdacht]
- 3333333 [Die Rückkehr zum Grund]
- 33333331 [Die Rückkehr zur Sache]
- 33333332 [Die Rückkehr zur Geschichte]
- 33333333 [Die Rückkehr zum System]
- 333333321 [Der Historismus und die Geisteswissenschaften]
- 333333322 [Die Hermeneutik]
- 333333323 [Die kritische Theorie]
- 3333333231 [Die erste Generation (Horkheimer, Adorno, Benjamin)]
- 3333333232 [Die zweite Generation (Habermas)]
- 3333333233 [Die Erben der kritischen Theorie]
- 33333332331 [Die Marxistische Gruppe: der Begriff ohne die Vermittlung]
- 33333332332 [Honneth: die Anerkennung als Inhalt]
- 33333332333 [Menke: die Negativität ohne die Wirklichkeit]
Die Erben der kritischen Theorie
Drei Halbierungen und zwei Reparaturen. Die Gliederung folgt der Bilanz unserer Darstellung zur Rezeptionsgeschichte; die Zusammenfassung ist unsere.
Adorno hat einen Zustand hinterlassen, in dem Kritik möglich, aber nicht mehr begründbar war. Die negative Dialektik konnte zeigen, daß der Begriff seinen Gegenstand nie deckt. Was sie nicht mehr konnte, war zu sagen, woran das Falsche als falsch gemessen wird.
Habermas hat darauf geantwortet, und die Antwort hatte einen Preis: die Rückkehr zu einer kontrafaktischen Norm, also zu Kant. Was hier folgt, sind die Antworten, die danach gegeben wurden — und sie suchen sämtlich Hegel wieder auf, weil Kants Sollen nicht mehr überzeugte.
Drei Halbierungen
Der Begriff ohne die Vermittlung. Die Marxistische Gruppe geht als einzige zur Logik selbst zurück und liest sie als Werkzeug: die Reflexionsbestimmungen als Prüfinstrument für Erklärungen. Der Fund ist echt — wer eine Erscheinung aus einer ihr innewohnenden Kraft erklärt, hat sie verdoppelt, nicht erklärt. Halbiert ist die Position dort, wo die Begriffsarbeit sich der Bewährung entzieht, an der Begriffe sich sonst messen.
Die Anerkennung als Inhalt. Honneth sucht die Normativität in der Wirklichkeit selbst — nicht die Norm gegen die Verhältnisse, sondern das Versprechen, das die Verhältnisse selbst geben. Das ist die richtige Stelle. Halbiert ist es, wo aus der Anerkennung, die den Rahmen jeder Bestimmung bildet, ein Inhalt unter Inhalten wird.
Die Negativität ohne die Wirklichkeit. Menke zieht aus dem doppelten Mißlingen den radikalsten Schluß und hält die Negativität fest, um den Preis dessen, woran sie sich betätigen könnte.
Zwei Reparaturen
Beide antworten auf Honneth und stehen deshalb bei ihm. Fraser hält der Anerkennung die Umverteilung entgegen und fügt sie hinzu — Addition statt Aufhebung; zwei Hälften ergeben aber kein Ganzes. Jaeggi beschreibt Lebensformen als Problemlösungsprozesse und gewinnt damit die Bewegung zurück, ohne sagen zu können, wann ein Problem gelöst ist.
Der gemeinsame Schnitt
Was die fünf verbindet, ist keine Debatte — die gibt es zwischen ihnen kaum. Es ist eine Stelle in Hegels Logik, an der sie alle abbrechen, aus jeweils verschiedenen Gründen. Deshalb stehen sie hier zusammen und nicht als Reihe von Namen.