Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 34

Warum die Organik besser gealtert ist als die Physik

Die Grenzfälle zeigen nebenbei etwas über die Haltbarkeit der Bestimmungen. Die Physik hing an Befunden, die sich geändert haben; die Organik hängt an Unterscheidungen, die man an jedem Lebewesen nachvollziehen kann. Wer einen Baum und eine Katze vergleicht, findet den Unterschied, um den es geht, ohne Messgerät — und das gilt für Gaia und die Viren ebenso, nur dass dort die Anschauung erst durch die Prüfung hindurchmuss.

Es liegt an der Anschaulichkeit, nicht an der Biologie: Wo eine Bestimmung sich am Gegenstand zeigen lässt, altert sie langsamer als eine, die an einer Theorie hängt. Am härtesten wird das dort geprüft, wo Hegel mit der späteren Wissenschaft am schärfsten zusammenstößt: an der Evolution.