Kommentar zum subjektiven Geist, Kapitel 32
Und eine Warnung, die bleibt
Sie steht am Anfang und gilt für den ganzen Teil: Im Menschen ist „nur eine Vernunft im Gefühl, Wollen und Denken.“
Wer daraus Vermögen macht, die nebeneinander arbeiten, hat die Sache verfehlt — und zwar nicht nur bei Hegel. Es ist dieselbe Verfehlung, die entsteht, wenn man Kognition und Emotion als getrennte Systeme behandelt, die einander stören. [KF]
Teil II: Die Rezeption
Wer den subjektiven Geist gelesen hat, kennt Hegels Text. Was daraus gemacht wurde, ist eine eigene Geschichte — und sie beginnt bei Hegel selbst, in den Kollegien, und führt über die Schüler und ihre Gegner bis zu den Kommentaren der Gegenwart.
Die Ordnung folgt der Nähe zum Autor: erst seine eigenen Vorlesungen, dann die, die ihn gehört haben, dann die, die ihn angriffen, zuletzt die, die ihn auslegen.
II.1 Hegels eigene Vorlesungen
Die Nachschriften sind die erste Rezeption — von Hegel selbst, der denselben Stoff mehrfach vortrug und dabei umbaute. Sie liegen seit 2016 vollständig vor (GW 25.1–3): das Kolleg 1822 in der Nachschrift Hotho, 1825 in Griesheim, 1827/28 in Stolzenberg.
Was die Kollegien schon hergegeben haben, steht im ersten Teil: die Einteilung in Verben (ist — erscheint — bezieht sich auf sich), Hegels eigene Erklärung des Namens „Phänomenologie“, die Unterscheidung von subjektiver und objektiver Betrachtungsweise, die Bestimmung der Verrücktheit durch die Gegenwart des Inhalts — und der Beleg dafür, dass der freie Geist 1827/28 noch fehlt.