Der offene Ort

Die letzte Stelle des Systems. Bei Hegel steht hier der gegenwärtige Standpunkt. Was hier steht, ist unseres und wird sich ändern; die Stelle selbst bleibt.

Die Geschichte der Philosophie endet bei Hegel nicht mit einem Ergebnis, sondern mit dem Ort, an dem der Betrachtende steht. Wer diese Darstellung um zweihundert Jahre fortschreibt, erbt damit eine Verpflichtung: Er kann nicht neutral aufhören.

Drei Punkte

Die neuen Realismen. Nach vierzig Jahren Verdacht wendet sich eine junge Bewegung wieder den Dingen zu — dem spekulativen Realismus geht es darum, daß es die Welt auch ohne uns gab, Gabriel bestreitet, daß es das Ganze überhaupt gibt, und der neue Materialismus spricht der Materie eine eigene Wirksamkeit zu. Zu Hegel verhalten sie sich zwiespältig: sie wollen aus Kants Endlichkeit heraus und scheuen zugleich den Begriff, mit dem er herausgekommen ist.

Die Herausforderungen der Gegenwart. Drei Fragen, von denen sich mit einiger Sicherheit sagen läßt, daß sie in fünfzig Jahren noch bestehen: was ein Denken ist, das sich rechnen läßt; was eine Natur ist, die durch uns hindurch Geschichte hat; und was eine Freiheit ist, die schneller wird, ohne freier zu werden. Alle drei sind Fragen nach dem Verhältnis von Allgemeinem und Einzelnem — Fragen, für die dieses System da ist.

Was zu tun bleibt. Der Rest ist Arbeit, nicht These: was die Rezeption übersehen hat, was an Verbindungen fehlt, und welche Frage offen bleibt.

Zum Schluß

Daß die letzte Stelle eine Frage trägt und keinen Satz, ist Absicht. Ein System, das sich selbst begründet, kann nicht mit einer Behauptung enden, für die es keinen weiteren Grund mehr gäbe. Es kann nur mit der Stelle enden, an der weitergedacht wird — und das ist die einzige Weise, in der es offen und vollständig zugleich sein kann.