Kommentar zur Naturphilosophie, Kapitel 25
Woran Hegel den Magnetismus festmacht
Die Steigerung setzt voraus, dass der Magnetismus die schwächere Form ist. Woran das hängt, sagt Hegel in den Vorlesungen deutlicher als im gedruckten Text: „Magnetismus ist das Princip der Gestaltung; die magnetische Linie ist in sich selbst manifestirend.“[1] Und zur Abgrenzung gegen bloße Kohäsion: „Der Magnetismus bedarf keiner Sollicitation“ — er braucht keinen Anstoß von außen, während die Zähigkeit eines Körpers sich erst zeigt, wenn Gewalt auf ihn einwirkt.
Darum geht es: um eine Bestimmtheit, die sich von selbst äußert, gegen eine, die erst im Widerstand hervortritt. Wie die Physik den Magnetismus heute fasst, ist eine andere Frage; die Unterscheidung selbst ist brauchbar geblieben. [KF]
Vorlesungen über die Philosophie der Natur, Nachschrift Bernard, Kolleg 1819/20: GW 24.1. ↩︎