Kommentar zum subjektiven Geist, Kapitel 37

Übersicht über die Schüler

Vier Autoren, vier Jahrzehnte — und ein Kritiker, der die ersten drei verglichen hat.

Jahr Autor Werk
1837 Erdmann Leib und Seele (2. Aufl. 1849)
1837 Rosenkranz Psychologie oder die Wissenschaft vom subjectiven Geist
1840 Erdmann Grundriss der Psychologie (2. Aufl. 1842, 3. Aufl. 1847)
1840 Michelet Anthropologie und Psychologie
1843 Rosenkranz Psychologie, 2. Auflage
1850 Rosenkranz System der Wissenschaft, Geist-Teil
1852 Erdmann Psychologische Briefe (2. Aufl. 1856)
1855 Schaller Leib und Seele
1858 Erdmann Vorlesungen über Akademisches Leben und Studium, Siebzehnte Vorlesung
1860 Schaller Das Seelenleben des Menschen
1878 Michelet Das System der Philosophie als exacter Wissenschaft, Bd. 3

Die Architektur ist der erste Unterschied, und er ist grundsätzlich:

Anthropologie Phänomenologie Psychologie
Hegel (Enz. 1830) ja ja ja
Rosenkranz ja ja ja
Michelet ja gestrichen ja
Erdmann ja, mit dem Tod ja ja

Michelet streicht einen von drei Teilen — die größte Abweichung und die einzige, für die ein ausdrücklicher Grund angegeben wird.

Erdmann erweitert — der Tod des Menschen gehört ihm in die Anthropologie, wo Hegel ihn der Naturphilosophie zuweist.

Rosenkranz behält die Gliederung — und ändert die Darstellungsform: aus Paragraphen wird ein Buch.

Die Form ist der zweite Unterschied. Erdmanns Grundriss ist ein Kompendium für Vorlesungen, hundert Seiten, mit dem erklärten Vorbehalt, dass „Vieles dem mündlichen Vortrage übrig gelassen wurde“. Michelets Werk ist mit fast sechshundert Seiten das umfangreichste und will die ausgeführte Darstellung sein. Rosenkranz liegt dazwischen und sucht die lesbare Form.

Dass die drei verschieden ausfallen, hat also zuerst einen banalen Grund: Sie wollen Verschiedenes. Ein Kompendium, ein System und ein Buch für Leser müssen nicht dasselbe sein.